China Wegweiser
Praktisches · transport

DiDi: Chinas Uber ohne chinesische Nummer

Vor Ort geprüft Stand 30. Oktober 2026 5 Min. Lesezeit
Kurz gesagt

DiDi (滴滴出行) ist der größte Fahrdienst Chinas – das Gegenstück zu Uber. 2025 hat DiDi die englische Version offiziell für ausländische Besucher geöffnet: Registrierung mit ausländischer Handynummer, Zahlung mit Visa oder Mastercard. Eine chinesische Nummer ist nicht nötig. Wer keine App installieren will, bestellt DiDi als Mini-Programm in Alipay.

Weißes Fahrzeug mit DiDi-Aufkleber auf der Fahrertür, geparkt am Straßenrand in China
Der Aufkleber auf der Tür ist das einzige äußere Merkmal eines DiDi-Fahrzeugs: Kennzeichen in der App vergleichen, einsteigen, bezahlt wird bargeldlos. Bildausschnitt. Foto: User3204 · CC BY-SA 4.0

Was DiDi ist – und warum es hier niemand kennt

DiDi (滴滴出行, gesprochen „Di-Di”) ist das chinesische Uber. Wer in Deutschland „DiDi” sagt, erntet leere Blicke, weil die Plattform außerhalb Chinas kaum auftritt – in China selbst ist sie der Standard: Taxis heranwinken kann man sich sparen, fast jede Fahrt läuft über die App.

Für Reisende ist das aus zwei Gründen wichtig: An Taxiständen versteht selten jemand englische Straßennamen, und Fahrer, die am Terminal aktiv „Taxi” rufen, verlangen oft einen Festpreis statt das Taxameter. DiDi umgeht beides – du gibst das Ziel in der App ein, siehst den Preis vorher und zahlst bargeldlos.

Drei Wege, in China ein Auto zu bekommen

WegChinesische Nummer nötig?BezahlungFür wen
DiDi-App (empfohlen)neinKreditkarte, Alipay, WeChat Paywer die App vor der Reise einrichtet
DiDi in Alipay (Mini-Programm)neinüber das in Alipay hinterlegte Kontower Alipay ohnehin nutzt
Taxi am StandneinBargeld oder Alipaynachts am Flughafen, wenn das Datenvolumen weg ist

Die App ist der ruhigere Weg: Sie hat eine englische Oberfläche, übersetzt die Nachrichten des Fahrers und speichert die Adresse in chinesischen Schriftzeichen – die du dem Fahrer im Zweifel einfach zeigst.

Einrichtung – bitte vor dem Abflug

Die Reihenfolge ist wichtig, weil zwei Schritte in China schlecht funktionieren: der Download aus dem Google Play Store und der Empfang einer ausländischen SMS.

  1. App installieren, solange du in Deutschland bist (App Store oder Google Play, Suche „DiDi”).
  2. Sprache auf Englisch stellen – beim ersten Start oder später in den Einstellungen.
  3. Mit deutscher Nummer registrieren (+49 …), Bestätigungscode per SMS eingeben.
  4. Zahlungsmittel hinterlegen: Visa oder Mastercard direkt in der App, oder Alipay/WeChat Pay verknüpfen.
  5. Kurzer Test: Ziel eingeben und den angezeigten Preis prüfen, ohne zu bestellen. Dann weißt du, dass Karte und Konto stimmen.

Ohne Datennetz läuft nichts. Wer mit einer eSIM über ausländischen Netzausgang reist, hat ab der Landung Internet – siehe Internet in China: eSIM statt VPN.

Bestellen: was du antippst

Die App fragt drei Dinge: wo du stehst, wohin du willst und welche Fahrzeugklasse. Der Preis steht vor dem Bestätigen fest, Nachverhandeln gibt es nicht.

KlasseWas das istPreisniveau
Express (快车)private Fahrzeuge, die häufigste Wahlgünstigster Preis
Premier (专车)größere Fahrzeuge, oft mit Fahrer in Uniformdeutlich teurer
Taxi (出租车)offizielles Taxi, Abrechnung nach TaxameterTarif, kein Rabatt

Danach: Standort auf der Karte prüfen (die App setzt den Pin manchmal auf die falsche Straßenseite), bestellen, warten. Der Fahrer schickt meist eine Nachricht mit dem genauen Treffpunkt – auf Deutsch übersetzt, aber oft in der Form „Ich stehe vor dem blauen Schild”. Die Kennzeichen-Nummer in der App mit dem Auto vergleichen, bevor du einsteigst.

Was regelmäßig schiefgeht

  • Flughäfen und Bahnhöfe haben eigene Abholzonen. In Peking ist das die ausgeschilderte DiDi-Zone im Parkhaus, nicht die Vorfahrt. Wer am Terminal wartet, wartet vergebens.
  • Der Fahrer ruft an. Chinesische Fahrer rufen einmal kurz an, um zu fragen, wo du stehst. Wer nicht rangeht, bekommt eine Nachricht – oder die Fahrt wird storniert. Antworten geht auch per Text.
  • Adressen in lateinischer Schrift findet das chinesische Kartenmaterial nicht zuverlässig. Suche das Ziel über den chinesischen Namen (steht in unseren Stadtführern bei jeder Sehenswürdigkeit) oder über die Karten-App Amap und übernimm die Adresse von dort.
  • Wartezeit kostet. Nach etwa fünf Minuten Standzeit kann eine Stornogebühr anfallen.
  • Trinkgeld ist nicht üblich. Der Preis in der App ist der Preis.

Was eine Fahrt kostet

In Peking beginnt die Taxifahrt bei 13 ¥ (etwa 1,70 €). Der Tarif liegt bei 3,70 ¥ pro Meile, also rund 2,30 ¥ je Kilometer. Eine Fahrt über 10 Kilometer landet damit bei etwa 40 ¥, also knapp 5 €. DiDi Express liegt häufig etwas darunter, weil die App Strecken und Nachfrage einrechnet. Zum Vergleich: Die U-Bahn kostet 3 bis 5 ¥ pro Fahrt, ist in der Rushhour aber oft die schnellere Wahl.

Richtwerte für bekannte Strecken (Peking, DiDi Express, ohne Stau):

StreckeEntfernungPreis
Flughafen PEK → Dongchengca. 30 km100–140 ¥
Flughafen PKX → Dongchengca. 50 km150–200 ¥
Innenstadt → Sommerpalastca. 20 km60–80 ¥
Innenstadt → Mutianyu (Große Mauer)ca. 70 km200–300 ¥

Wann du besser die U-Bahn nimmst

Zwischen 7 und 9 Uhr sowie 17 und 19 Uhr steht man in Peking auch mit DiDi. Die Ringstraßen sind dann so voll, dass die App selbst 40 Minuten für 8 Kilometer anzeigt. Für alles innerhalb des dritten Rings ist die U-Bahn schneller und kostet ein Zehntel. Für die Mauer, den Flughafen und abends nach 22 Uhr ist DiDi die bessere Wahl.

Sicherheit

DiDi zeigt vor der Abfahrt Kennzeichen, Fahrzeugmodell und Namen des Fahrers; die Fahrt wird aufgezeichnet. Im Safety Center gibt es einen Notruf, der direkt bei der Polizei (110) landet, und eine Funktion, mit der du die Fahrt live mit Kontakten teilst. Das ist mehr, als ein deutsches Taxi bietet – die Grundregeln bleiben trotzdem: nur in Fahrzeuge einsteigen, deren Kennzeichen in der App steht, und nachts nicht allein in einen Wagen ohne verifiziertes Profil.

Unsere Linie: Wir beschreiben den Weg, der für Reisende funktioniert und legal ist. Wir empfehlen keine Apps, die eine chinesische Nummer vortäuschen oder einen Zugang außerhalb der offiziellen Kanäle bauen – das braucht für DiDi niemand.

Häufige Fragen

Brauche ich für DiDi eine chinesische Handynummer?

Nein. Die Registrierung funktioniert mit einer deutschen Nummer; der Bestätigungscode kommt per SMS. Wichtig ist, das vor der Abreise zu erledigen – im chinesischen Netz kann der Empfang einer ausländischen SMS unzuverlässig sein.

Kann ich DiDi mit meiner deutschen Kreditkarte bezahlen?

Ja, Visa und Mastercard lassen sich in der App hinterlegen. Alternativ zahlst du über Alipay oder WeChat Pay, wenn dort schon eine Karte hinterlegt ist. Bargeld brauchst du nicht.

Was ist der Unterschied zwischen DiDi und einem normalen Taxi?

DiDi vermittelt private Fahrzeuge und zeigt den Preis vor der Bestellung. Ein Straßentaxi fährt nach Taxameter. In der App gibt es beide Varianten: „Express" (günstig, private Fahrzeuge) und „Taxi" (offizielle Taxis zum Tarif).

Funktioniert DiDi ohne Internetverbindung?

Nein. Bestellung, Karte und Bezahlung laufen über Daten. Ohne eSIM oder chinesische SIM funktioniert die App nicht – das ist der Punkt, an dem die meisten am Flughafen scheitern.

Ist DiDi sicher?

Die App zeigt vor der Abfahrt Kennzeichen, Fahrzeug und Fahrername und zeichnet die Strecke auf. Im „Safety Center" gibt es einen Notruf, der direkt mit der Polizei (110) verbunden wird, und die Möglichkeit, die Fahrt mit Kontakten zu teilen.

Etwas stimmt nicht mehr? Preise, Öffnungszeiten und Reservierungsregeln ändern sich in China schnell. Schreib uns eine Zeile – wir prüfen es und aktualisieren die Seite.

Korrektur melden →